Wir alle kennen die Versuchung: Nur mal eben schnell etwas bei Amazon bestellen, sei es für den Haushalt, ein neues Gadget oder ein Buch, das wir schon lange haben wollten. Der Online-Gigant hat sich als eine der größten Einkaufsquellen für fast alles etabliert – und für viele von uns ist es mittlerweile zu einer Gewohnheit geworden, regelmäßig einzukaufen. Aber was passiert, wenn man sich 30 Tage lang bewusst dazu entscheidet, auf Amazon zu verzichten? Genau das habe ich getestet. Ich wollte herausfinden, wie viel Geld ich wirklich sparen kann, wenn ich dem bequemen Online-Shop den Rücken kehre. Hier ist meine Geschichte und was ich dabei gelernt habe.
Der Ausgangspunkt: Warum überhaupt auf Amazon verzichten?
Zu Beginn des Experiments war es kaum vorstellbar, 30 Tage ohne Amazon auszukommen. Immerhin habe ich hier in der Vergangenheit schon so ziemlich alles gekauft – von Küchenutensilien über Elektronik bis hin zu Kleinigkeiten wie Ladegeräten und Hüllen. Amazon war praktisch und immer verfügbar, und ich hatte das Gefühl, dass es einfach keine bessere Möglichkeit gab, schnell an alles zu kommen. Aber genau hier begann mein Nachdenken: Kaufe ich wirklich nur das, was ich brauche, oder gerate ich in einen endlosen Kreislauf aus impulsiven Käufen?
Ich beschloss, den Versuch zu wagen und mir die Zeit zu nehmen, meine Kaufgewohnheiten zu analysieren. Hätte ich all die Dinge, die ich in den letzten Monaten bei Amazon gekauft habe, wirklich gebraucht? Und vor allem: Wie viel hätte ich sparen können, wenn ich es mir einfach verkneifen würde, bei Amazon zu kaufen? Ich wollte herausfinden, ob mein Amazon-Konsum tatsächlich eine Gewohnheit war, die ich ablegen konnte – und ob es auch einen Unterschied in meinen Finanzen machen würde.
Die Idee: 30 Tage kein Amazon – das ist der Plan
Das Ziel war klar: Ich wollte 30 Tage lang keine Einkäufe auf Amazon tätigen. Dabei sollte es aber nicht nur um das Vermeiden von Spontankäufen gehen, sondern auch darum, ein besseres Bewusstsein für meine tatsächlichen Bedürfnisse zu entwickeln. Was waren also die Regeln?
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Kein Einkauf auf Amazon: Jegliche Käufe bei Amazon – sei es Kleidung, Elektronik oder Bücher – sollten vermieden werden.
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Notwendige Einkäufe auf anderen Plattformen oder offline: Dinge, die ich wirklich brauchte, wie Medikamente oder Lebensmittel, kaufte ich weiterhin, allerdings auf anderen Plattformen oder im Laden.
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Kein ständiges Stöbern auf der Amazon-Seite: Ich wollte mich nicht durch die Angebote klicken, um „zufällig“ etwas zu kaufen, das ich nicht wirklich brauchte.
Durch diese Maßnahmen sollte ich eine bessere Vorstellung davon bekommen, wie viel ich in der Vergangenheit tatsächlich ausgegeben habe und was ich auch ohne Amazon auskommen könnte.
Die Umsetzung: 30 Tage ohne Amazon
Woche 1: Der Anfang – Die ersten Versuchungen
Der Start des Experiments war besonders herausfordernd. Schon in den ersten Stunden nach dem Verzicht auf Amazon merkte ich, wie oft ich versucht war, die App zu öffnen. Gerade bei Dingen wie Büchern oder Kleinigkeiten für den Haushalt gab es immer wieder Momente, in denen ich dachte: „Das könnte ich doch mal eben schnell bestellen.“ Besonders interessant war die Erkenntnis, wie oft Amazon automatisch mein Gedankengut ansprach – durch Werbung und Angebote, die auf meine vorherigen Käufe basierten.
Ich dachte bei mir: „Warum nicht noch dieses eine Produkt bestellen?“ Aber dann erinnerte ich mich an das Experiment. Anstatt die App zu öffnen, beschäftigte ich mich mit anderen Aktivitäten. Ich ging spazieren oder las ein Buch. Ich wollte nicht nur auf den Online-Shop verzichten, sondern auch neue Gewohnheiten entwickeln, die mich nicht in die Versuchung führten.
Woche 2: Die Veränderung beginnt
In der zweiten Woche wurde mir bewusst, wie viele meiner Einkäufe bei Amazon eigentlich nicht wirklich notwendig waren. Ich konnte mich noch gut an den Moment erinnern, als ich mir eine neue Kaffeetasse bestellt hatte – obwohl ich schon genügend davon hatte. Aber irgendwie hatte die Farbe und das Design der neuen Tasse mein Interesse geweckt. Es war also weniger ein wirklicher Bedarf, sondern eher eine Gewohnheit.
In dieser Woche fing ich an, Alternativen zu suchen. Anstatt einfach auf Amazon nach etwas zu suchen, fragte ich mich: „Gibt es das vielleicht auch in einem Laden in meiner Nähe?“ Oder: „Kann ich das Produkt gebraucht finden?“ Ich besuchte lokale Geschäfte und entdeckte, dass viele Produkte vor Ort günstiger waren und ich zudem Versandkosten sparte.
Woche 3: Das erste Gefühl der Erleichterung
In der dritten Woche fühlte es sich nicht nur gut an, auf Amazon zu verzichten, sondern ich merkte auch, dass ich deutlich weniger Geld ausgab. Ich hatte mir vor dem Experiment keine genaue Vorstellung davon gemacht, wie viel ich bei Amazon ausgab, aber nun war es offensichtlich. Der monatliche „Amazon-Check“, bei dem ich abends oft noch schnell etwas in den Warenkorb legte, fiel weg.
Ich begann, meine Einkäufe sehr viel bewusster zu tätigen. Bei jedem Kauf überlegte ich nicht nur, ob ich das Produkt wirklich brauchte, sondern auch, ob es nicht eine günstigere oder nachhaltigere Alternative gab. Es war erstaunlich, wie viele Dinge ich plötzlich nicht mehr brauchte. Stattdessen konzentrierte ich mich darauf, mehr von dem zu nutzen, was ich bereits besaß.
Woche 4: Die Bilanz und die Erkenntnis
Am Ende der 30 Tage war ich überrascht, wie viel ich tatsächlich gespart hatte. Ich schätzte, dass ich insgesamt etwa 250 Euro weniger ausgegeben hatte, als ich es normalerweise bei Amazon getan hätte. Aber das war nicht die einzige Erkenntnis. Viel wertvoller war, dass ich ein neues Bewusstsein für meinen Konsum entwickelt hatte. Ich merkte, dass ich nicht jedes neue Angebot oder jede „Sonderaktion“ brauchte, um mich gut zu fühlen.
Ich hatte gelernt, dass weniger oft mehr ist – und dass es nicht immer notwendig ist, ständig neue Dinge zu kaufen, um ein erfülltes Leben zu führen. Ich habe auch gelernt, dass ich auch ohne Amazon auskommen kann und dass es durchaus befreiend ist, sich von der ständigen Verlockung des Online-Shoppings zu befreien.
Das Fazit: Was habe ich wirklich gespart?
Die 30 Tage ohne Amazon haben mir mehr geschenkt, als ich erwartet hatte. Natürlich habe ich 250 Euro gespart, aber die wahre Einsicht war viel tiefer. Ich habe gelernt, wie sehr unser Konsumverhalten von Gewohnheiten und nicht von echten Bedürfnissen getrieben wird. Die ständige Verfügbarkeit und Bequemlichkeit von Amazon verleitet uns dazu, Dinge zu kaufen, die wir nicht wirklich brauchen. Durch das Experiment habe ich mein Konsumverhalten hinterfragt und angefangen, bewusster zu entscheiden, was ich wirklich brauche und was nicht.
Vielleicht ist es nicht für jeden notwendig, einen Monat lang komplett auf Amazon zu verzichten. Aber ich kann jedem nur empfehlen, es zumindest einmal auszuprobieren. Du wirst überrascht sein, wie viel du ohne diese ständigen Impulskäufe sparen kannst. Mehr noch – es gibt dir die Chance, dein Konsumverhalten nachhaltig zu ändern und langfristig mehr Geld für die wirklich wichtigen Dinge in deinem Leben zu haben.