Ich muss es zugeben: Früher war ich nicht der beste im Umgang mit Geld. Ich hatte zwar immer genug, um über die Runden zu kommen, aber nie wirklich das Gefühl, meine Finanzen unter Kontrolle zu haben. Es gab immer wieder diese unvorhergesehenen Ausgaben, die mich aus dem Konzept brachten – sei es eine unerwartete Reparatur oder der spontane Wunsch, einen Kurztrip zu machen. Doch irgendwann kam der Punkt, an dem ich wusste: So kann es nicht weitergehen. Ich brauchte eine Methode, die mir hilft, mein Geld zu planen und wirklich auf Kurs zu bleiben.
Ich entschied mich, ein Budget zu erstellen. Aber nicht irgendein Budget. Nein, ich suchte nach einer Methode, die wirklich zu mir passt und mich nicht nur theoretisch durch den Monat bringt, sondern mir tatsächlich hilft, meine finanziellen Ziele zu erreichen. Nach einigen gescheiterten Versuchen und vielen verschiedenen Ansätzen fand ich schließlich die Budget-Methode, die bei mir wirklich funktioniert. Und die möchte ich heute mit dir teilen.
Warum ein Budget wichtig ist
Bevor ich dir meine Methode vorstelle, lass uns einen Schritt zurückgehen. Warum überhaupt ein Budget erstellen? Vielleicht denkst du dir: „Ich weiß, wie viel ich verdiene und was ich ausgeben kann – ich brauche kein Budget.“ Doch die Realität sieht oft anders aus. Ohne eine klare Planung und ein strukturiertes Budget ist es leicht, den Überblick zu verlieren.
Ein Budget hilft dir nicht nur dabei, deine Ausgaben zu überwachen, sondern es gibt dir auch die Möglichkeit, deine finanziellen Ziele aktiv zu verfolgen. Sei es, um für eine Reise zu sparen, Schulden abzuzahlen oder einfach einen Notgroschen aufzubauen – mit einem Budget kannst du sicherstellen, dass du nicht am Ende des Monats ohne etwas da stehst.
Die Methode: Das 50/30/20-Budget
Lange habe ich nach einer Budget-Methode gesucht, die einfach und gleichzeitig effektiv ist. Was ich letztlich gefunden habe, ist die 50/30/20-Regel – eine unglaublich einfache, aber sehr wirksame Methode zur Geldplanung. Sie hat mir geholfen, meine Finanzen in den Griff zu bekommen, und könnte auch für dich funktionieren.
1. 50% für Notwendigkeiten
Der erste Teil der Methode besagt, dass du 50% deines Einkommens für deine „Notwendigkeiten“ ausgibst. Das sind die festen Ausgaben, die du nicht vermeiden kannst – Miete, Strom, Versicherungen, Lebensmittel und alles, was du für deinen Lebensunterhalt benötigst. Diese Ausgaben sind unveränderlich und geben dir eine stabile Grundlage, auf der du dein Budget aufbauen kannst.
Ich habe diese 50% wirklich als Grundpfeiler meines Budgets betrachtet. Es gibt mir die Sicherheit, dass all die Dinge, die ich brauche, immer abgedeckt sind. Gleichzeitig hilft mir diese Kategorisierung, genau zu wissen, wie viel mir nach den fixen Ausgaben noch zur Verfügung steht.
2. 30% für Wünsche
Der nächste Punkt ist das, was in der 50/30/20-Methode als „Wünsche“ bezeichnet wird. 30% deines Einkommens solltest du für Dinge ausgeben, die du dir wünschst, aber nicht unbedingt brauchst. Hier fallen Ausgaben wie Restaurants, Reisen, Freizeitaktivitäten, Unterhaltung oder eben auch neue Kleidung.
Das ist der Bereich, in dem du dir etwas mehr Freiheiten gönnen kannst. Für mich war das eine wichtige Erkenntnis: Ich habe mir erlaubt, für die Dinge auszugeben, die mir wirklich Freude bereiten, ohne mich ständig schuldig zu fühlen oder dabei in die roten Zahlen zu geraten. Und vor allem: Ich habe gelernt, auch in diesem Bereich Prioritäten zu setzen. Denn es ist einfach, in den Versuchungen des Lebens zu schwelgen und dann auf einmal festzustellen, dass man mehr ausgegeben hat als geplant.
3. 20% für Ersparnisse und Schuldenabbau
Der dritte Punkt der Methode betrifft das Sparen – und für mich war das der Schlüssel, um finanziell unabhängig zu werden. 20% deines Einkommens solltest du auf ein Sparkonto legen oder für den Schuldenabbau verwenden.
Das ist der Teil des Budgets, den viele Menschen unterschätzen. Aber genau hier liegt der Unterschied zwischen „auf der Stelle treten“ und „vorankommen“. Bei mir war es ein richtiges Aha-Erlebnis, als ich begann, regelmäßig zu sparen. Ein Notgroschen für Notfälle ist unverzichtbar, genauso wie die Rückzahlung von Schulden, die mir zusätzliche Belastung und Zinsen aufbürdeten.
Ich habe mir auch angewöhnt, dieses Geld nicht einfach auf meinem Konto liegen zu lassen, sondern es gezielt anzulegen oder in langfristige Ziele wie die Altersvorsorge zu investieren. Und – ganz wichtig – ich habe es nicht angerührt, es sei denn, es war wirklich notwendig.
Tipp: Wenn du dich fragst, wie du deine 20% am besten anlegen kannst, dann informiere dich über die Möglichkeiten von ETF-Investments oder lege dir ein Tagesgeldkonto an, auf das du keinen Zugriff hast, außer in Notfällen.
Die Umsetzung der Methode: So habe ich es geschafft
Jetzt fragst du dich sicher: „Okay, das klingt ja alles gut – aber wie setze ich das in der Praxis um?“ Das war eine Frage, die ich mir am Anfang auch gestellt habe. Es war einfach, die Theorie zu verstehen, aber die Umsetzung war der entscheidende Punkt.
Für mich war es wichtig, meine Ausgaben zu tracken. Ich habe jede Ausgabe in einer App oder einer Tabelle dokumentiert. So konnte ich jeden Monat sehen, wie viel ich für Notwendigkeiten, Wünsche und Ersparnisse ausgegeben habe. Am Anfang war es eine kleine Umstellung, aber schnell wurde es zur Gewohnheit.
Die größte Herausforderung bestand darin, mein Sparziel zu erreichen, besonders als ich mehr für meine Wünsche ausgab als geplant. Doch durch die klare Struktur war es einfach, an meine Ziele zu erinnern und anzupassen, wo nötig. Ich habe auch eine automatische Überweisung auf mein Sparkonto eingerichtet, sodass ich mir das „Sparen“ nicht mehr überlegen musste – es passierte einfach.
Die Ergebnisse: Mehr Kontrolle und weniger Stress
Dank der 50/30/20-Regel habe ich heute viel mehr Kontrolle über meine Finanzen. Ich weiß genau, wie viel Geld ich für jede Kategorie zur Verfügung habe, und das gibt mir ein beruhigendes Gefühl der Sicherheit. Aber was noch wichtiger ist: Ich habe gelernt, bewusster mit meinem Geld umzugehen und nicht mehr impulsiv zu kaufen oder mich von kurzfristigen Verlockungen leiten zu lassen.
Außerdem habe ich es geschafft, Rücklagen zu bilden und meine Schulden schneller abzubauen. Es fühlt sich großartig an, die Kontrolle über seine Finanzen zu haben und nicht mehr in einem ständigen Zustand der Unsicherheit zu leben.
Fazit: Die Budget-Methode ist der Schlüssel
Wenn du es also noch nicht ausprobiert hast, dann kann ich dir die 50/30/20-Methode nur empfehlen. Sie ist einfach, effektiv und vor allem flexibel. Sie passt sich deinem Leben an und hilft dir, deine finanziellen Ziele zu erreichen, ohne auf alles verzichten zu müssen, was dir wichtig ist. Und das Beste daran? Du kannst dir sicher sein, dass du langfristig finanziell gesund bleibst, ohne dich ständig von deinen Ausgaben überwältigen zu lassen.